Nachrichten - 2008...So war das damals!    


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Januar 2008

 

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Piccolina

 

Hallo liebe Leute vom gomerianischen Tierschutzverband.

Das erste Mal habe ich die schöne Insel im Jahre 1998 besucht. Mein damaliger Freund und ich waren nur mit dem Rucksack unterwegs, haben draußen geschlafen und so allerhand erlebt (z.B. die „Pardelos“ live gehört und nachts über unseren Köpfen fliegen sehen bzw. hören, war ein tolles Erlebnis!)  

Leider waren wir auch mit der unangenehmen Seite der Insel - nämlich der Tierhaltung - konfrontiert. Als wir in den Bergen unterwegs waren, fanden wir in einem Karton einen ausgesetzten Hundewelpen (ca. ein halbes Jahr alt, wie wir später erfuhren). Sie war völlig verfloht, verwurmt, ängstlich und hungrig. Sie folgte uns aus Angst nicht, auch nicht, nachdem wir ihr von unserer Wurst gegeben hatten, also nahm ich sie kurzerhand auf den Arm, obwohl die Flöhe nur so über mich krabbelten. Wir wurden von netten Touristen mit dem Auto mitgenommen, wussten aber weder wohin, noch was wir mit dem Hund machen sollten. Also suchten wir uns erst einmal einen Schlafplatz in einer Bucht bei Alojera (glaube ich). Und der Hund blieb bei uns, nachdem sie geschlafen und gefressen hatte. Sie machte zwar kurze Ausflüge, kehrte aber immer wieder in unser Schlaflager zurück, legte sich auf die Iso-matten, wurde immer zutraulicher und anhänglicher. Zu guter Letzt schlief sie auf den Matten (auf dem Rücken) und wir daneben. Na ja, jedenfalls dachten wir nicht im Traum daran, dass man einen Hund mit nach Deutschland nehmen könnte. Also versuchten wir, sie wieder los zu werden. Aber es war für beide Seiten zu spät. Als wir in einem Laden einkauften und der Hund kurz pippi machen ging, nutzten wir die Gunst der Stunde, um uns aus dem Staub zu machen. Da der Wind ungünstig stand, konnte uns der Hund nicht riechen, als sie wieder kam setzte sie sich vor den Laden und wartete auf uns. Als ich zurückblickte, sah ich dies und wurde sehr traurig, aber trotzdem dachte ich, es sei besser sich zu trennen. Am nächsten morgen wollten mein Freund und ich nur eins, den Hund zurück haben. Aber wir fanden sie nicht mehr. So gingen wir schweren Herzens über das Hochplateau ins Valle Gran Rey, mieteten uns da ein Appartement, um zu duschen etc. und in dem Zimmer lag ein Valle Bote, in dem ich, wie durch Zufall eine Seite eines Tierschützers, der damals dort lebte und ursprünglich aus Hamburg kam, aufschlug.

Den kontaktierten wir dann und der gab uns viele Tipps, fuhr mit uns nach 3 Tagen in das Dorf zurück, wo wir unsere Piccolina - wie sie nun hieß- abholten, wir fanden sie total verfilzt bei einem spanischen Bewohner, der sie fütterte. Dieser fragte uns, ob wir die Hündin mit nach Deutschland nehmen wollten, oder nur ins Valle. Wir bestätigten ihm dann, dass wir sie mit nach D. nehmen würden. Da war er dann beruhigt, wie es mir schien. Piccolina hat uns sofort wieder erkannt und kam außer sich vor Freude auf uns zugerannt. Dann war alles ziemlich anstrengend, den Tierarzt anzutreffen, den es damals im Valle noch nicht so richtig gab. Die ganze Zeit am Playa Ingles schlafen, den Hund in dem Bus einmal über die ganze Insel im Rucksack schmuggeln, den Taxifahrer auf Teneriffa zu überreden, auch den Hund mit zum Flughafen zu nehmen etc. etc. Aber es hat doch alles irgendwie geklappt und ich war die ganze Zeit sicher, dass alles auch so gewollt ist und irgendwie geht. Und dieser Hund ist der beste, den ich kenne.

Sie lebt nun noch immer bei meinem Vater, da ich aus beruflichen Gründen weggehen musste und sie nicht mitnehmen konnte. Zudem wollten meine Eltern sie auch gar nicht mehr hergeben, nachdem sie einige Zeit bei ihnen war. Sie hat sich sofort eingelebt, war immer lustig drauf, ist null aggressiv, versteht sich mit allem und jedem,  ob Hund oder Katze und ist heute zwar etwas ruhiger geworden, aber noch immer der absolute Sonnenschein meiner Familie und aller Nachbarn.

Zudem ist sie sehr klug, hat aber auch einen eigenen Charakter - ein absolut tolles Wesen!!. 

In diesem Januar war ich wieder auf Gomera und hatte etwas Angst vor dem Hundeelend dort,  war aber positiv überrascht, wie gut genährt die Tiere dort sind und wie viele nun Halsbänder (und damit wohl auch Besitzer) haben. Außer in den Bergen, da habe ich ein paar arme Socken an kurzen Ketten oder in Verschlägen gesehen. Ich finde es toll, wie viel ihr leistet und hoffe, dass sich auch weiterhin vieles in Punkto Tierschutz tun wird.

Viele, liebe Grüsse und viel Spaß mit den Fotos aus dem kalten Deutschland sendet Euch C.H. 

 


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